Größe S bei der einen Marke ist nicht die Größe S bei der anderen. Trotzdem steht in 23 von 32 Angeboten nur der Buchstabe, und die Zahl, die wirklich entscheidet, steht in keinem einzigen. Wir haben ausgezählt, was in unserer Draußen-und-E-Mobilität-Welt angeboten wird.
Was in dieser Rubrik steht
Am 23. August 2026 ausgezählt: 32 Angebote von 59,95 bis 380,60 Euro, der Median liegt bei rund 167 Euro. Es sind ausschließlich Fahrradhelme für Erwachsene.
| Marke | Angebote | Preisspanne |
|---|---|---|
| ABUS | 25 | 126,90 bis 380,60 € |
| Uvex | 7 | 59,95 bis 319,99 € |
Vier Helme kosten weniger als 100 Euro, alle vier von Uvex. Viele Angebote sind derselbe Helm in einer anderen Farbe: Der ABUS AIRBREAKER steht viermal in der Liste, der GameChanger 2.0 achtmal. Nach Modellreihen gezählt sind es fünfzehn verschiedene Helme.
Die Norm ist für alle dieselbe
Fahrradhelme sind persönliche Schutzausrüstung und tragen deshalb ein CE-Zeichen. Die maßgebliche Norm dahinter ist die EN 1078. Sie verlangt, dass der Helm einen Aufprall aus 1,50 Metern Fallhöhe abfedert, dass ein spitzer Gegenstand die Schale nicht durchdringt und dass der Kinnriemen unter Last hält.
Daraus folgt das Wichtigste an diesem Text: Der Preis kauft keine bessere Zulassung. Ein Helm für 60 Euro hat dieselbe Prüfung bestanden wie einer für 380 Euro. Der Aufpreis bezahlt anderes: weniger Gewicht, mehr Belüftung, ein feineres Verstellrad, ein Visier, eine Rückleuchte. In unseren 32 Titeln steht davon genau eine Ausstattung, das LED-Licht des HYBAN 2.0.
Wichtiger als der Preis ist der Sitz. Ein günstiger Helm, der eng anliegt und dessen Riemen richtig eingestellt sind, kann seine Schutzwirkung entfalten; ein teurer, der wackelt, kann beim Aufprall verrutschen.
Der Buchstabe im Titel sagt zu wenig
23 der 32 Angebote nennen eine Größe, meist S oder M, einmal S/M. Kein einziges nennt den Kopfumfang in Zentimetern, und kein einziges das Gewicht. Der Kopfumfang ist aber die Zahl, die darüber entscheidet, ob der Helm passt, denn die Hersteller legen ihre Buchstaben selbst fest.
Am Helm selbst stehen beide Angaben. Die EN 1078 schreibt vor, dass Kopfumfang in Zentimetern und Gewicht in Gramm dauerhaft am Produkt angebracht sind. Im Angebotstitel fehlen sie; der Kopfumfang steht in der Größentabelle des Herstellers, das Gewicht in den technischen Daten.
Miss deinen Kopf, bevor du bestellst. Maßband waagerecht um den Kopf legen, ein bis zwei Zentimeter über den Augenbrauen, über die Ohren hinweg und an der breitesten Stelle des Hinterkopfs vorbei. Mit dieser Zahl gehst du in die Größentabelle. Liegst du zwischen zwei Größen, entscheidet das Verstellsystem: Ein Drehrad gleicht nach Angaben des Fachhandels bis zu etwa einen Zentimeter aus, ein einfacher Klettverschluss deutlich weniger.
Der Helm sitzt richtig, wenn er waagerecht auf dem Kopf steht und die Stirn bis etwa zwei Fingerbreit über den Augenbrauen bedeckt. Beim Kopfschütteln darf er sich nicht verschieben, auch mit offenem Kinnriemen. Die Riemen laufen so, dass die Ohren frei zwischen ihnen liegen, und unter das geschlossene Kinnband passt ein Finger.
Der MIPS-Aufschlag
Elf der 32 Angebote tragen MIPS im Namen. Dahinter steckt eine reibungsarme Zwischenschicht: Die Schale kann sich beim schrägen Aufprall ein Stück gegenüber dem Kopf verschieben, was die Drehkräfte dämpfen soll, über die eine gerade Fallprüfung nichts sagt.
Was das kostet, zeigt unsere Liste selbst, weil dort derselbe Helm in beiden Fassungen steht. Der ABUS GameChanger 2.0 liegt ohne MIPS bei 196,25 bis 206,99 Euro und mit MIPS bei 234,30 bis 272,41 Euro. Im Mittel sind das rund 50 Euro Aufschlag; beim einzigen farbgleichen Paar, shiny white gegen shiny white, sind es 52,75 Euro.
MIPS ist eine Herstellertechnik und gehört nicht zur Norm. Messungen zeigen geringere Drehbeschleunigungen als ohne, unabhängige Untersuchungen dazu sind aber rar, und eine belastbare Zahl, um wie viel sicherer ein Helm damit im Straßenverkehr wird, gibt es nicht. Wer diesen Aufschlag übrig hat, nimmt ihn mit; wer dafür einen Helm bekommt, der besser passt, hat mehr davon.
Wer im Dunkeln gesehen werden will
Die Farbe steht in allen 32 Titeln, und sie fällt in eine Richtung aus: Sechzehn der 32 Angebote sind schwarz, dunkelgrau oder dunkelblau, elf sind hell oder weiß, fünf tragen eine kräftige Farbe. Genau ein Helm heißt „signal yellow“.
Für die Zulassung hat die Farbe keine Bedeutung. In der Dämmerung hat sie eine: Eine helle Oberfläche streut mehr Licht zurück als eine dunkle, und der Helm ist die oberste Fläche am Fahrer.
Den größeren Effekt hat allerdings etwas anderes. Die Verkehrswacht weist darauf hin, dass Reflexmaterial an Beinen und Füßen mehr bringt als am Kopf, weil Scheinwerfer auf die Fahrbahn zeigen. Reflektierende Elemente am Helm nennt in unserer Liste kein einziger Titel; ob welche vorhanden sind, zeigt erst das Produktbild von hinten.
Fünf Jahre, oder einmal gestürzt
Ein Helm altert, auch wenn er nur im Flur hängt: Das EPS im Inneren wird spröde, Außen- und Innenschale können sich lösen. Die Deutsche Verkehrswacht rät, einen Helm bei sichtbaren Schäden dieser Art früher zu ersetzen, und setzt unabhängig davon eine Frist: spätestens nach fünf Jahren.
Das Alter lässt sich prüfen: Die EN 1078 verlangt ein dauerhaft angebrachtes Herstellungsdatum mit Jahr und Quartal, meist innen auf einem Aufkleber. Nicht ablesbar ist die Vorgeschichte, und genau die ist beim gebrauchten Helm das Problem.
Tragen muss ihn nicht jeder
In Deutschland gibt es keine Helmpflicht fürs Fahrrad und auch keine für Pedelecs bis 25 km/h. Anders beim S-Pedelec: Das fährt bauartbedingt bis 45 km/h und gilt damit als Kraftrad, und die Straßenverkehrsordnung schreibt für Krafträder über 20 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit einen geeigneten Schutzhelm vor.
Was geeignet ist, sagt die Vorschrift nicht. Die Fallprüfung aus 1,50 Metern entspricht einer Aufprallgeschwindigkeit von knapp 20 km/h. Für schnelle Pedelecs gibt es deshalb die niederländische Norm NTA 8776, die mit höherer Geschwindigkeit prüft und mehr Abdeckung am Hinterkopf verlangt. In unseren 32 Titeln wird sie kein einziges Mal genannt. Wer ein S-Pedelec fährt, findet zur Fahrzeugseite mehr in unserem E-Bike-Ratgeber.
🚲 Alle Helme in der Draußen-&-E-Mobilität-Welt ansehen →Häufige Fragen
Welchen Helm brauchen kleine Kinder?
Am besten einen nach EN 1080. Vorgeschrieben ist sie nicht, viele Kinderhelme tragen nur die allgemeine Helmnorm. Der Unterschied liegt im Kinnriemen: Bei der EN 1080 gibt er bei einer festgelegten Zugkraft nach, damit ein Kind sich beim Klettern nicht daran strangulieren kann. In unserer Liste steht kein Kinderhelm; kleine Erwachsenengrößen in S sind kein Ersatz. Zur passenden Radgröße führt unser Kinderfahrrad-Ratgeber.
Woran erkenne ich, ob der Helm für Stadt oder Rennrad gedacht ist?
An der Form und am Modellnamen. Stadthelme haben eine geschlossenere Schale, oft ein Visier und manchmal eine Rückleuchte; Rennradhelme sind leichter und stärker belüftet; Mountainbike-Helme ziehen die Schale weiter in den Nacken. Die Bauform steht in unseren 32 Titeln nirgends, sie ergibt sich aus dem Produktbild und der Beschreibung im Shop.
Kann ich einen Helm mit Zopf oder dickem Haar tragen?
Ja, wenn das Verstellsystem tief genug sitzt oder eine Aussparung hat. Viele Modelle bieten dafür ein nach unten verschiebbares Drehrad. Dieses Detail verändert den Sitz stärker als ein Sprung in der Größe, und es steht in keinem Angebotstitel.
Darf ich einen Helm bekleben?
ABUS rät davon ab, weil Lösungsmittel in Klebern das Material beschädigen können. Zum Reinigen reichen Wasser und ein mildes Mittel; lösungsmittelhaltige Reiniger greifen dasselbe Material an.
Was bringt ein Helm mit Kinnbügel?
Ein Fullface-Helm schützt zusätzlich Gesicht und Kiefer und wird im Downhill und bei schnellen Abfahrten getragen. Er erfüllt dieselbe EN 1078 wie jeder andere Helm. Der Kinnbügel selbst bleibt darin ungeprüft; dafür gibt es eine freiwillige Zusatzprüfung. Er ist schwerer und wärmer, und in unserer Liste steht keiner.
Woher die Angaben stammen: Stückzahlen, Preise, Marken-, MIPS-, Größen- und Farbverteilung sowie die Modellzählung sind am 23. August 2026 aus den Produktdaten unserer eigenen Themenwelt ausgezählt; Aussagen darüber, was ein Titel nennt oder nicht nennt, beziehen sich ausdrücklich auf die Produkttitel. Die Einordnung von Fahrradhelmen als persönliche Schutzausrüstung folgt der EU-Verordnung 2016/425; die EN 1078 ist die dazu harmonisierte Norm, und ihre Prüfinhalte (Fall aus 1,50 m, Durchdringung, Verschluss) sowie die Pflichtangaben Kopfumfang und Gewicht am Helm stammen aus der Normenübersicht des Herstellers ABUS und dem Verbraucherportal Bayern. Die Frist von fünf Jahren, der sofortige Austausch nach einem Sturz und die Hinweise zu sprödem EPS und sich lösenden Schalen stammen von der Deutschen Verkehrswacht, ebenso der Hinweis, dass Reflexmaterial an Beinen und Füßen mehr bringt als am Kopf, weil Scheinwerfer auf die Fahrbahn zeigen. Die Beschreibung von MIPS und die Einschätzung zur dünnen Studienlage folgen einer Fachübersicht des Händlers Bergzeit. Die Angabe zum Verstellbereich eines Drehrads, die Regeln für den richtigen Sitz und die Messanleitung stammen aus Kaufberatungen des Fachhandels und sind Erfahrungswerte, keine Normvorgaben. Die Helmpflicht für Krafträder über 20 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit steht in § 21a Abs. 2 StVO; die Umrechnung der Fallhöhe in knapp 20 km/h und die Angaben zur NTA 8776 stammen aus Fachveröffentlichungen zu schnellen Pedelecs. Die Zusatzprüfung für Kinnbügel ist die freiwillige ASTM F1952. Die Warnung vor Lösungsmitteln in Aufklebern stammt aus den Pflegehinweisen von ABUS. Wir haben keinen dieser Helme geprüft und nennen deshalb keine Testergebnisse.
Stand: August 2026. Preise und Verfügbarkeit ändern sich; aktuelle Preise findest du in der verlinkten Themenwelt, und es gilt immer der Preis im Shop. Dieser Artikel ist eine allgemeine Kaufberatung und ersetzt keine individuelle Beratung, auch keine Rechtsberatung.