Die Namen R600, R1500, S2000, AC200MAX und EP500Pro sagen nichts über die Kapazität. Wie lange so ein Gerät etwas betreibt, entscheidet eine andere Zahl, und die steht in den Produkttiteln unserer Welt Rund ums Haus so gut wie nie.
Der Bestand in Zahlen
Am 21. August 2026 ausgezählt: Preise von 54,90 bis 8.096 Euro, mittlerer Preis rund 850 Euro. Fast alles stammt aus drei Systemwelten: BLUETTI, ALLPOWERS und Anker SOLIX.
Der größte Teil sind Stationen und Komplettpakete, bei einigen liegt ein Solarmodul im selben Karton. Dazu kommen zwei Balkonanlagen mit Speicher, also etwas anderes als ein Gerät zum Mitnehmen, und ein paar Zubehörposten ohne eigene Stromerzeugung. Eine Dachanlage steht hier nicht.
Wattstunden sagen, wie lange. Watt sagt, ob überhaupt.
Zwei Angaben entscheiden gemeinsam, ob ein Gerät zu dir passt.
Die Kapazität in Wattstunden (Wh) ist der Vorrat. Sie sagt, wie lange etwas laufen kann. Teile die Wattstunden durch die Leistungsaufnahme des Verbrauchers, und du hast die Obergrenze in Stunden.
Die Dauerleistung in Watt (W) ist der Durchlass. Sie sagt, was überhaupt angeschlossen werden darf. Liegt die Leistungsaufnahme darüber, schaltet die Station bei Überlast ab, gleichgültig wie voll sie ist.
Ein Beispiel mit Zahlen, nachgeschlagen beim Hersteller: Die BLUETTI AC70 wird mit 1.000 W Dauerleistung und 768 Wh Kapazität angegeben. Ein Notebook-Netzteil mit 65 Watt liegt unter der Dauerleistung, läuft also, und rechnerisch reichen 768 Wh dafür knapp zwölf Stunden. Ein Staubsauger mit 1.400 Watt liegt darüber; er läuft daran allenfalls kurz an, bevor die Überlastabschaltung greift.
Eine Ausnahme gehört dazu. Manche Stationen haben einen Zusatzmodus, der die Grenze für rein ohmsche Verbraucher anhebt; BLUETTI nennt für die AC70 einen solchen Modus bis 2.000 Watt, ausdrücklich für Wasserkocher, Fön und Heizgerät. Für alles mit Motor, Kompressor oder Netzteil gilt er nicht, und ob dein Wunschgerät darunterfällt, steht im Datenblatt der Station.
Die knapp zwölf Stunden sind eine Obergrenze. Der Wechselrichter, das Display und die Kühlung brauchen selbst Strom, und ein Teil der gespeicherten Energie geht bei der Umwandlung verloren. Wie groß dieser Abzug ausfällt, weisen die Hersteller meist gar nicht aus; rechne im Zweifel mit weniger, als die Wattstunden versprechen.
Der praktische Weg zur richtigen Größe geht rückwärts. Schreib auf, was du betreiben willst, lies auf jedem Typenschild die Wattzahl ab, nimm die höchste davon als Untergrenze für die Dauerleistung, und rechne den Tagesbedarf in Wattstunden zusammen. Erst mit diesen beiden Werten im Kopf vergleichst du Angebote, ohne dich vom Modellnamen leiten zu lassen.
Watt-Peak beschreibt das Modul
Die dritte Einheit taucht in unserer Liste zweimal auf, bei den beiden Anker-Paketen mit „920Wp“ im Titel. Wp steht für Watt-Peak und gehört zum Solarmodul.
Gemessen wird dieser Wert unter Standard-Testbedingungen: 1.000 Watt Einstrahlung je Quadratmeter, 25 Grad Zelltemperatur, ein festgelegtes Sonnenspektrum. Das ist ein Laborzustand. Im Betrieb steht die Sonne schräg, das Modul wird wärmer als 25 Grad, und dann liefert es weniger. Watt-Peak taugt zum Vergleich zweier Module und nicht als Ertragsprognose für deinen Balkon.
Fürs Laden heißt das: Ein 200-Watt-Modul bringt eine 768-Wh-Station rechnerisch in knapp vier Stunden voll. Unter deutschem Himmel im Herbst dauert es deutlich länger, und an manchen Tagen wird sie gar nicht voll.
Dreimal derselbe Titel, drei Preise
In dieser Rubrik steht dreimal wortgleich „BLUETTI EP500Pro Powerstation“, zu 5.399, 6.896 und 8.096 Euro. Auch die ALLPOWERS R600 steht zweimal da, zu 339 und 439 Euro, die R1500 Lite zu 474 und 527 Euro.
Dahinter stecken verschiedene Bündel: mit oder ohne Modul, mit einer oder mehreren Zusatzbatterien, in verschiedenen Ausführungen. Sichtbar wird das erst auf der Produktseite. Bevor du zwei Angebote nach dem Preis vergleichst, prüfe die Stückliste im Angebotstext, und zwar Posten für Posten.
Zellchemie, Zyklen, Gewicht
Die Zellchemie bestimmt die Lebensdauer und steht selten im Titel. Für die AC70 gibt der Hersteller Lithium-Eisen-Phosphat an und über 3.000 Ladezyklen bis auf 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität.
Diese beiden Zahlen gehören zusammen. Eine Zyklenangabe ohne Restkapazität lässt offen, worauf sie sich bezieht; findest du nur eine der beiden, frag im Shop nach der anderen.
Das Gewicht gehört in dieselbe Rechnung. Die AC70 wiegt nach Herstellerangabe rund 10 Kilogramm. Größere Geräte dieser Rubrik liegen deutlich darüber, und das Wort „tragbar“ im Produktnamen sagt nichts darüber, ob du es allein die Treppe hoch bekommst.
Was die zweite Batterie kostet
Mehrere Angebote dieser Rubrik sind gestufte Bündel, und der Abstand dazwischen zeigt, was eine Erweiterung kostet. Das Anker-Paket mit einer Zusatzbatterie steht bei 2.598 Euro, dasselbe Paket mit zwei Zusatzbatterien bei 3.497 Euro. Die zweite Batterie kostet also 899 Euro, gut ein Drittel des Paketpreises mit einer Batterie. Bei BLUETTI kostet die AC200MAX mit einem Modul 1.998 Euro und mit drei Modulen 2.796 Euro, macht 399 Euro je zusätzlichem Modul.
Daraus folgt zweierlei. Den Endausbau lohnt es sich vor dem ersten Kauf zu überschlagen, weil späteres Nachrüsten selten günstiger wird. Und Zusatzbatterien sind an ihr System gebunden: Der Akku der einen Marke passt nicht an die Station der anderen. Bei Solarmodulen ist das offener, solange Spannung, Strom und Stecker zum Eingang der Station passen.
Schuko, USB-C oder 12 Volt?
Drei Sorten Ausgang sind üblich, und du brauchst sie für Verschiedenes. Die Schuko-Steckdose versorgt alles mit normalem Netzstecker, begrenzt durch die Dauerleistung. USB-C mit Power Delivery lädt Handy, Tablet und viele Notebooks direkt und spart den Umweg über das Netzteil, also einen Umwandlungsschritt. Die 12-Volt-Bordsteckdose nimmt Kühlbox, Kompressor und Campingzubehör.
Wer hauptsächlich Kleingeräte lädt, sieht auf die Wattzahl am USB-C-Anschluss, über die der Wert an der Steckdose nichts aussagt. Ein Anschluss mit 100 Watt lädt ein Notebook direkt; einer mit 18 Watt schafft das Handy und wenig sonst.
Als Sparmodell rechnet sie sich nicht
Eine Powerstation, die du an der Steckdose lädst und danach entlädst, kostet Geld und spart keines. Haushaltsstrom liegt bei rund 37 Cent je Kilowattstunde, und bei jeder Umwandlung geht ein Teil verloren. Eine volle Ladung von 768 Wattstunden entspricht 0,768 Kilowattstunden, also gut 28 Cent, bevor Verluste eingerechnet sind.
Der Nutzen liegt woanders: Strom dort zu haben, wo keine Steckdose ist, und dann, wenn keine da ist. Camping, Balkon, Gartenhäuschen, Marktstand, Stromausfall. Wer damit die Stromrechnung senken will, braucht eine Anlage, die selbst erzeugt.
Nicht alles hier ist eine Powerstation
Zwischen den Geräten stehen Positionen, die keinen Strom erzeugen, etwa ein Drehstromstecker für 54,90 Euro und ein 12-Volt-Akku für 199,99 Euro. Beide sind Zubehör zu einer Anlage, die es schon gibt.
Der 12-Volt-Akku ist der interessanteste Fall. Er speichert Energie, liefert aber keine fertige Steckdose: Laderegler, Wechselrichter, Sicherungen und Verkabelung fehlen und gehören bei einer Powerstation zum Lieferumfang. Für Wohnmobil, Boot oder Inselanlage ist er die richtige Wahl, sobald die übrige Technik schon an Bord ist.
Häufige Fragen
Kann ich jedes Solarmodul anschließen?
Nein. Jede Station hat ein Fenster für Spannung und Strom am Solareingang, meist als Bereich in Volt und Ampere angegeben. Liegt das Modul darüber, kann es den Eingang beschädigen; liegt es darunter, lädt es nur langsam oder gar nicht. Dazu kommt der Stecker, oft XT60 oder MC4. Beide Angaben stehen im Datenblatt der Station unter „Solareingang“.
Was unterscheidet einen Balkonspeicher von einer Powerstation?
Der Balkonspeicher bleibt am Balkon und gibt seinen Strom über einen eingebauten Wechselrichter ins Hausnetz ab; er wird zusammen mit dem Modul betrieben und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert, das den Netzbetreiber selbst informiert. Eine Powerstation nimmst du mit und betreibst Geräte direkt daran. Die beiden Anker-Pakete mit „Solarbank“ im Namen sind Balkonanlagen mit Speicher und lassen sich mit einer Powerstation nicht vergleichen.
Was bedeutet „reine Sinuswelle“ beim Wechselrichter?
Die Form der Wechselspannung am Ausgang. Motoren, Netzteile und empfindliche Elektronik vertragen eine reine Sinuswelle problemlos, eine angenäherte nicht immer. Bei Geräten mit Motor oder Kompressor ist das die Angabe, nach der du im Datenblatt suchst.
Darf die Station beim Laden zugedeckt sein?
Nein. Sie erwärmt sich beim Laden und Entladen und braucht freie Lüftungsöffnungen. Hersteller nennen dazu einen zulässigen Temperaturbereich, und der gilt auch für die Lagerung im Winter im Auto.
Woher die Angaben stammen: Stückzahlen, Preise, Preisspanne und die Auswertung der Produkttitel sind am 21. August 2026 aus den Produktdaten unserer eigenen Themenwelt ausgezählt. Aussagen darüber, was ein Titel nennt oder nicht nennt, beziehen sich ausdrücklich auf die Produkttitel und nicht auf die Datenblätter der Hersteller. Kapazität, Dauerleistung, Zelltyp, Zyklenangabe, Gewicht und der Zusatzmodus bis 2.000 Watt für rein ohmsche Verbraucher stammen von der Produktseite der BLUETTI AC70 beim Hersteller; sie dient hier als Rechenbeispiel und ist keine Kaufempfehlung. Bei den Standard-Testbedingungen für Solarmodule sind 1.000 W/m² und 25 °C Zelltemperatur die festgelegten Prüfwerte; das zugehörige Referenzspektrum (Luftmasse 1,5) ist in IEC 60904-3 beschrieben. Die Aufpreise für Zusatzbatterie und Zusatzmodul sind Differenzen zwischen zwei Angeboten derselben Reihe in unserer Liste und keine Preisangaben des Herstellers. Der Strompreis von 37 Cent je Kilowattstunde ist der BDEW-Musterhaushalt 2026. Dass Balkonanlagen im Marktstammdatenregister registriert werden und die gesonderte Anmeldung beim Netzbetreiber seit dem Solarpaket I vom Mai 2024 entfällt, ist der Stand im August 2026. Die Laufzeit- und Ladezeit-Rechnungen sind offengelegte Überschlagsrechnungen mit den im Text genannten Annahmen und keine Messungen an einem konkreten Gerät; Umwandlungsverluste sind darin ausdrücklich nicht enthalten. Wir haben keines dieser Geräte getestet.
Stand: August 2026. Preise und Verfügbarkeit ändern sich; aktuelle Preise findest du in der verlinkten Themenwelt, und es gilt immer der Preis im Shop. Dieser Artikel ist eine allgemeine Kaufberatung und ersetzt weder eine individuelle Beratung noch die Prüfung durch ein eingetragenes Installationsunternehmen.